Villach, Gunskirchen, Frankfurt

MÄRZ 2019 In Wien heißen sie Frankfurter. In Frankfurt heißen sie Wiener. In diesem Fall ist beides wurscht (Adjektiv; wienerisch für egal). Auch der Musik der Vienna Brass Connection kann man schwer einen eindeutigen Namen geben. Im März 2019 wird in Villach, Gunskirchen und beim großen Debütkonzert in Deutschland in der Alten Oper Frankfurt eine Melange (Subjektiv; frz. mélange „Mischung“, Wiener Kaffeespezialität) aus ausgewählten Werken unter anderem von Giacomo Puccini über Richard Strauss bis hin zu Filmmusik von Lalo Shifrin und John Williams serviert. Diesem Ensemble ist bestimmt nichts wurscht – und die Musik schmeckt köstlich.

eurowinds

»Open Minded« vorgestellt in eurowinds – das europäisches Fachmagazin für Blechbläser
 
 
 (…) Beim 2013 erschienenen ersten Tonträger »Take One« lag der Schwer­punkt auf Filmmusik; die zweite CD »Open Minded«, knüpft daran an, weitet aber den Blick beträchtlich, wie der Titel andeutet. Ge­blieben ist die geballte Kraft und die unglaub­liche Energie, mit der die junge Gruppe musi­ziert. Trompeten­legende Hans Gansch for­mulierte es so: »Als ich die ›Vienna Brass Connection‹ zum ersten Mal hörte, blieb mir der Mund offen und die Ohren staunten nicht schlecht.« Das will was heißen!
 
Vor diesem Hintergrund ist das mit jugend­lichem Elan und unbändiger Energie startende »Godspeed!« von Stephen Melillo ein idealer Einstieg in die CD »Open Minded«. Deren Name ist Programm: Die sieben Titel zeugen von einer weltoffenen, vorurteilslosen, unvoreingenommenen und aufgeschlossenen Hal­tung des Ensembles zur Musik. Die meisten Arrangements stammen von Ensemblemit­gliedern und sind so der außergewöhnlichen Besetzung von sechs Trompeten, vier Wiener­hörnern, fünf Posaunen, zwei Tuben und drei
Schlagwerkern auf den Leib geschrieben.
 
So auch die Titelmelodie zum Film »Superman« (eingerichtet von Posaunist Raphael Stieger) und die Soundtrack­-Auszüge aus »How to train your Dragon« (wie »Godspeed!« vom Schlag­zeuger Patrick Prammer arrangiert), die gleichsam als Verbindungsglieder zum CD­-Erstling gelten dürfen. Filmmusikalisch inspiriert ist auch »mission@turan.imp«, eines der Haupt­werke des Tonträgers. Leonhard Paul, bekannt als Posaunist bei »Mnozil Brass«, überschreitet in dem eigens für die CD geschriebenen Werk Grenzen, verknüpft er doch Musik aus dem großteils in Wien gedrehten Film »Mission Impossible 5« mit einem Querschnitt durch Puc­cinis Oper »Turandot« – ohne die Arie »Nessun Dorma«, gesungen vom Tenor Vincent Schirr­macher, geht das natürlich nicht.
 
Mindestens ebenso abenteuerlich ist die Kom­bination in der »Carmen«­ Fantasie, die von Hornist Manuel Egger ebenfalls eigens für die Connection arrangiert wurde: Ein solistisches Streichinstrument (die Geigerin Marie­-Christine Klettner) von einem großen Brass­-Ensemble begleiten zu lassen, erfordert jede Menge Mut und – mehr noch als andere Stücke des Ton­trägers – einen Dirigenten: Johannes Kafka am Pult versteht es, in den sieben Titeln den Klang stets passend zu dosieren; mal wuchtig wie ein großes Orchester, dann wieder kammermusikalisch zart. Egger hat auch das vom US-Amerikaner Morten Lauridsen 1994 ursprüng­lich für Chor geschriebene »O Magnum Myste­rium« überzeugend für die Bläserbesetzung übertragen. Und bei Elton Johns »Don’t let the sun go down« greift sogar Aufnahmeleiter und Ausnahme­trompeter Lorenz Raab für ein wunderschönes Solo zum Flügelhorn. Das war keineswegs geplant und ist ein Zeichen großer musikalischer Offenheit, in der nur eines zählt: der Moment, den die CD dauerhaft festhält.
 
Daniel Gramespacher
eurowinds · Juli/August 2018

OPEN MINDED – jetzt auch in High Resolution Audio

Ideal für audiophile Klang-Gourmets: 
High Resolution Audio – Musik mit höchster Klangqualität

High Resolution Audio (HiResAudio) bezeichnet die höchste Klangqualität. Überhaupt nicht zu vergleichen mit den stark komprimierten Formaten, die online kursieren. Aber auch die übliche CD kann da nicht mithalten. Die Aufnahmen in HiResAudio klingen weit detailreicher, räumlicher und es sind alle Feinheiten zu hören… Und von denen gibt es einige!

Auch das Album OPEN MINDED der Vienna Brass Connection kann man in HiResAudio bestellen!

sonic – Interview

„Take One“ hieß die erste CD der Vienna Brass Connection mit Filmmusik aus Korngolds „Seahawk“ über Contis „Fackeln im Sturm“ bis zu Hans Zimmers „Gladiator“-Musik. Nun legt das Ensemble, von dem man wohl noch viel hören wird, seine zweite CD vor: „Open Minded“, eine Wiener Melange aus faszinierenden Klängen unterschiedlichster Stilrichtungen. sonic im Gespräch mit Stefan Obmann, einer der Posaunisten und organisatorischer Kopf der außergewöhnlichen Gruppierung.

Artikel der sonic - Ausgabe 6 2016 November/Dezember

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DIE NEUE CD OPEN MINDED

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Leonhard Paul über die neue CD der Vienna Brass Connection „Open Minded“:

… und bitte wer braucht schon wieder eine Blechbläserensemble-CD, auf dem ohnehin überlasteten Highway durch die Klanggalaxie?! Bach wahrscheinlich. Und sicher auch Beatles. Natürlich Wagner – der hat ja für Blech geschrieben und unbedingt auch Swing! Laut, hoch und tief, blechern in jeder Faser, immer daran erinnernd, dass da Blechblasinstrumente am Werk sind.

Wenn aber das Flügelhorn klingt wie ein scheues Eichkätzchen, wenn die Posaunen mit den Trompeten die Luft mit messerscharfen Salven zu Streifen schneiden und im nächsten Moment beschwichtigend auf das soeben gezüngelte Klangfilet einwürzen, wenn Hörner noch Hörner tragen dürfen, wenn die Tuba so richtig Tuba sein kann, wenn das Schlagwerk nicht nur zum Niederstreichen und Nachschlagen gedemütigt ist, wenn die Violine auf Augenhöhe mit der durch das gefühlvolle Dirigat gezähmten Herde Musik macht und der Tenor trotz blecherner Übermacht als strahlender Held hervorgeht, wenn eine Stunde lang Musik gemacht wird, mit der man nicht annähernd rechnet, Musik, die einen durch alle Aggregatzustände befördert – dann kann, nein, dann muss man von „Open Minded“, dem jüngsten Kind der Vienna Brass Connection sprechen. Keine sinnlosen Hochtöne, keine überflüssigen Technikdemonstrationen, herrliche Stücke, anspruchsvolle Arrangements, kompetent und intelligent von Johannes Kafka geleitet und hervorragend interpretiert von jedem einzelnen Musiker des Ensembles.

Seit Langem wieder einmal eine Produktion, die Lust auf mehr macht, die die Phantasie beflügelt und letztendlich die Notwendigkeit von Blechbläserensemble-Produktionen rechtfertigt.

Leonhard Paul (Mnozil Brass)